LEHMDEN-KIRCHE

Pfarrkirche Deutschkreutz



Am 2. Jänner 1973 begann die Pfarrgemeinde Deutschkreutz nach den Vorschlägen Prof. Anton Lehmdens mit dem Umbau und der Renovierung der Pfarrkirche.
Prof. Anton Lehmden sagte: " Meine Vorstellung war, dass die Kirche mitten im Ort auf einer Insel stehen müsse, mit einem breiten Aufgang ."
So geschah es.


 

 

"Heiliger Geist über der Arche schwebend", Mosaik

Gott sagte zu Noah: "Mach dir eine Arche aus Zypressenholz." (vgl. Gen 6, 14) Nach vierzig Tagen öffnete Noah das Fenster der Arche und ließ die Taube hinaus, um zu sehen, ob das Wasser auf der Erde vertrocknet war. (vgl. Gen 8, 6 - 8)

 

"Maria im Weinberg",
Ölgemälde
Maria steht da "wie eine Säule" zwischen Himmel und Erde. Dies bringt auch die Farbe ihres Gewandes zum Ausdruck. Das Blau des Mantels steht für den Himmel und das Grün des Kleides versinnbildlicht die Erde.
Der Hintergrund dieser Mariendarstellung ist uns bekannt und vertraut - unsere Weinberge.
Seit Adam und Eva wird die Schlange als die Verführerin bezeichnet. Nachdem Adam und Eva im Paradies von der Frucht der Erkenntnis über Gut und Böse gegessen hatten, verfluchte Gott die Schlange und sagte: ".........sie wird dir den Kopf zertreten." (vgl. Gen 3)
Der alte und knorrige Weinstock beginnt neu zu tragen, es sieht aus wie die erste Ernte. Als anschauliches Symbol weist dieser Rebstock hin auf das Bibelwort, dass die Wurzel Jesse, die vertrocknet war, in Christus zu neuem Leben kommt.
Auch der Rahmen dieses Gemäldes ist eindrucksvoll und ungewöhnlich, da das Bild sich indirekt in diesem fortsetzt.

KIRCHENFENSTER

Im ovalen Fenster oberhalb der Kreuzesgruppe entdecken wir Symbole, die für das Leben stehen.
Ähren stehen als Sinnbild für das Brot, die Reben stehen für den Wein. Beides - Brot und Wein - sind Zeichen für die christliche Eucharistie, beim Einsetzungsbericht in der hl. Messe spricht der Priester die Worte Jesu: " Dies ist mein Leib, dies ist mein Blut."

Fenster im Altarraum:
Als Apostel Paulus im Gebiet der heutigen Türkei "missionierte", hatte er eines Nachts eine Erscheinung: Er sah einen Mann aus Mazedonien vor sich, der ihn bat: "Komm herüber und hilf uns!" Die Apostelgeschichte berichtet weiter, dass sich Paulus daraufhin mit seinen Begleitern sofort auf den Weg nach Griechenland machte, um den Menschen dort die Frohbotschaft zu verkünden. So kam die christliche Botschaft nach Europa.
Paulus gilt als der erste und große Missionar des Christentums. In seiner linken Hand hält er das Neue Testament. Das Schwert in seiner rechten Hand deutet auf den Märtyrertod hin.

Bis zum Beginn des 4. Jahrhunderts wurde das Christentum verfolgt. Erst Kaiser Konstantin gewährt im Jahre 313 n. Chr. den Menschen Religionsfreiheit. Er selbst lässt sich erst auf seinem Sterbebett taufen.
Auf dem Bild sieht man im Hintergrund die Milvische Brücke, etwas davor das Kaiserforum mit dem Triumphbogen Konstantins und das Kolosseum.
Am Himmel erscheint das Christusmonogramm. Diese Darstellung geht auf die Legende zurück, dass Kaiser Konstantin vor der Schlacht an der Milvischen Brücke (312 n. Chr.) das Kreuz erschien und ihm versprach: "Unter diesem Zeichen wirst du siegen." (Prophezeiung auf dem Fenster in griechischer Schrift)
Dieses Ereignis war ausschlaggebend für Konstantin, den Christen Religionsfreiheit zu gewähren.

Hinter dem Tabernakel sehen wir das Bildnis Melchisedeks.
Melchisedek ist das Urbild des Hohen Priesters, so wie Christus der ewige Hohe Priester "nach der Art des Melchisedek" ist. (vgl. Hebr 6, 20)
Melchisedek war König von Salem und Priester des allerhöchsten Gottes. Die Krone auf seinem Haupt ist das Zeichen für den König und die Symbole Brot und Wein vor ihm zeigen ihn als den Priester.

Das Fenster im südlichen Seitenschiff unmittelbar hinter dem Marienbild zeigt den Strahlenkranz mit dem Dreieck, das als Symbol für die Gegenwart Gottes steht.

In der Taufkapelle wird die Taufe Jesu im Jordan dargestellt.
Jesus ließ sich von Johannes dem Täufer im Jordan taufen. Er sah den Geist Gottes wie eine Taube auf sich herabkommen. Eine Stimme aus dem Himmel sagte: "Dies ist mein Sohn, über den ich mich von Herzen freue. Ihn habe ich erwählt." (Mt 3, 16 - 17)
Die Darstellung dieses außergewöhnlichen Ereignisses ist besonders ausdrucksstark, geprägt von der Ergebenheit und der Erhabenheit des Täuflings Jesus.

Im Winter 1999/2000 malte der Künstler die restlichen 6 Fenster und die Oberlichte über dem Nordportal.

Auf der Flucht vor seinem Bruder Esau hatte Jakob einen Traum. Er sah eine Leiter (die Jakobsleiter) auf die Erde gestellt, deren Spitze den Himmel berührte. Gott stand über der Leiter und sprach: "Ich bin Jahwe, der Gott deines Vaters Abraham und der Gott Isaaks. Das Land, auf dem du ruhst, will ich dir und deinen Nachkommen geben."

Mit dem Schiff Petri ist die Kirche Christi gemeint. Es ist unterwegs im Sturm der Zeiten. Die dominante "Arche" im Zentrum des Fensters zieren zwei verschiedene Kreuze, das der West-Kirche (röm.-kath.) und das der Ost-Kirche (orthodox).

Prof. Anton Lehmden malte sehr gerne den heiligen Franz von Assisi, der anlässlich der Jahrtausendwende zur eindrucksvollsten Persönlichkeit des zweiten Jahrtausends nach Christi Geburt gewählt wurde. Franz, der den Legenden nach mit den Tieren reden konnte, gab Lehmden die Möglichkeit, seine Liebe zu den Tieren und seine Vorliebe für die Darstellung bestimmter Tiere in dieser Glasmalerei unterzubringen.

Die Schöpfung alles Seienden aus dem Nichts durch das allmächtige Wort Gottes weist darauf hin, dass die Erde als Mittelpunkt des Weltalls zu sehen ist. Es gibt zwar viel größere Planeten, aber keiner kann mit der Erde als Lebensraum, ausgestattet mit einer derartigen Schönheit und Vielfalt an Leben,                                        konkurrieren.

Als Mose die Schafe hütete, erschien ihm am Berg Horeb der Engel Jahwes inmitten eines brennenden Dornbusches. Gott trug Mose auf, sein Volk, die Israeliten, aus Ägypten heraus ins gelobte Land zu führen.

Das Fensterbild über das Pfingstwunder zeigt die feurigen Zungen, wie sie zur Erde schweben, um uns Menschen mit dem Geist Gottes zu erfüllen. Der Künstler stellte sie verschieden groß dar und so, dass sie sich auf dem Erdboden in tulpenartige Blumenkelche verwandeln.

Die Oberlichte über dem Nordportal zeigt den Kampf des Guten gegen das Böse. Ein schöner dominanter weißer Vogel wird von einigen schwarzen Vögeln umringt. Die weiße Taube versinnbildlicht das Gute. Wichtig ist, dass sie sich gegen das Böse und das Gefährliche durchzusetzen vermag.

Bis Oktober 2001 wurden die Kunstwerke in der Kirche um 2 große Ölbilder (Geburt des Herrn und Auferstehung des Herrn) von Prof. Anton Lehmden erweitert. Außerdem gestaltete er die Tür zur Gruft.

Die Säulen und die Brüstung des Chores wurden ebenfalls vom Künstler bemalt.
Am 25. Oktober 2001 segnete Diözesanbischof Dr. Paul Iby die neu gestaltete Lehmden-Kirche und verglich dieses kulturelle Kleinod mit einer "Basilika".

 

 

Die Darstellung der Geburt des Herrn ist eine sehr berührende. Der Himmel öffnet sich wie ein Vorhang und schenkt der Erde den Sohn Gottes. Maria kauert in einer Erdhöhle inmitten einer chönen Landschaft und hält das Kind schützend im Arm. Gleichzeitig präsentiert sie voll Stolz den Sohn Gottes, der den Menschen den Frieden bringt und der durch sein Leiden die Menschheit erlösen wird.

Drei Tage nur lag der Sohn Gottes im Grab. Nun kehrt er in den Himmel zurück. In der Darstellung der Auferstehung des Herrn löst sich sein Körper von der Erde und schwebt zum Himmel empor. Das Erlösungswerk ist vollendet.

Die 14 Kreuzwegstationen wurden am 9. Juli 1998 von Bischof Dr. Paul Iby gesegnet.

Die Kreuzwegbilder sind auf weißem Marmor gemalt. In der Darstellung der Ereignisse konzentriert sich der Künstler auf das Wesentliche. Er sagt: "Die Darstellung des Kreuzweges Christi ist das Nachvollziehen einer dramatischen, mitreißenden und hinreißenden Geschichte mit menschlichen und übermenschlichen Zügen. Die Leidensgeschichte Christi ist mit nichts zu vergleichen."


Die Tür zur Gruft ist mit einer Kupferplatte überzogen. Prof. Anton Lehmden hat diese mit Totenköpfen, Knochen, Ranken und Rosetten gestaltet (Ätzung).

Das Gotteshaus zieren nun 34 Kunstwerke von Anton Lehmden.

Für Anton Lehmden ist es sehr wichtig, dass alle seine Bilder nachvollziehbar sind, sodass sie keinem, der gewillt ist zu sehen und der kritisch sehen und aufmerksam betrachten kann, verschlossen bleiben.

Besichtigungen von 8.00 - 18.00 Uhr möglich!
Führungen gegen Voranmeldung beim örtlichen Tourismusverband: Tel. 02613-897683, A-7301 Deutschkreutz, Hauptstr. 55